Berufsanwärter
Der Weg zum Wirtschaftstreuhandberuf:
Herausforderungen besteht nur, wer sie annimmt
Klienten gestatten Wirtschaftstreuhändern Einblicke in hochsensible Bereiche: in ihre Einkünfte, Umsätze, Investitionen und Gewinne zum Beispiel. An Steuerberater und Wirtschaftsprüfer werden deshalb hohe fachliche und persönliche Ansprüche gestellt. Sie müssen mit Zahlen jonglieren können und absolut verlässlich arbeiten.
Studium: Hörsaal-Theorie allein reicht nicht
Wer sich der Herausforderung einer Karriere als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer stellen will, beginnt am besten, Wirtschaft oder Jus zu studieren. Hörsaal-Theorie allein reicht aber nicht.
Nach dem Studium müssen angehende Wirtschaftstreuhänder drei Jahre Vollzeit als so genannte „Berufsanwärter“ in einer Wirtschaftstreuhandkanzlei arbeiten. Eines muss Berufseinsteigern also klar sein: Steuerberater zu werden, dauert lange und kostet viel Mühe.
Das soll nicht heißen, dass der Beruf langweilig ist. Im Gegenteil! Wer würde nicht gern wissen, wie große Unternehmen wirtschaften oder eine Betriebsgründung von der innovativen Unternehmensidee bis zur Serienreife eines Produkts begleiten? Doch dafür braucht es eben Fachwissen und viel Erfahrung.
Basis für Erfolg: Fachwissen und Fakten
Wirtschaftstreuhänder arbeiten jeden Tag mit Fakten. Sie wühlen sich Ordner für Ordner durch Belege, analysieren Steuereinsparmöglichkeiten anhand enormer Zahlenreihen und finden sich in dicken Gesetzestexten zu recht wie in ihrer Westentasche.
Studenten, die während des Studiums mit rechtswissenschaftlichen Fächern, Buchhaltung, Kosten- oder Investitionsrechnung nicht viel anfangen können, werden am Wirtschaftstreuhänderberuf keine Freude haben. Wer daraus schließt, Wirtschaftstreuhänder würden nicht kreativ und innovativ denken, liegt aber falsch. Ihre Ideen und Visionen müssen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer eben nur auf ein solides Fundament aus Zahlen gründen.
Berufsanwärter kommen aus vielen Studienrichtungen
Die Ausbildung allein auf die genannten Aspekte hin auszurichten, ist trotzdem nicht notwendig. Der Wirtschaftstreuhandberuf ist offen für eine Vielzahl von Berufsanwärtern mit unterschiedlichster Vorbildung. Juristen mit fundiertem Wissen im Handels- und Zivilrecht sind ebenso gefragt wie Studenten, die ihren Schwerpunkt auf Controlling und Informatik gelegt haben. Sollte Wissen, das für den Beruf unbedingte Voraussetzung ist, noch fehlen, kann es während der Zeit als Berufsanwärter an der Akademie der Wirtschaftstreuhänder nachgeholt werden.
Nicht versäumen sollten Interessenten hingegen, sich frühzeitig um erste Kontakte zu Wirtschaftstreuhand-Unternehmen zu kümmern, am besten noch während des Studiums. Es bietet sich zum Beispiel an, auf Berufsmessen Verantwortliche einzelner Unternehmen direkt anzusprechen oder eine Schnupperpraxis im Rahmen der Semester- oder Osterferien zu machen. So lassen sich erste Erfahrungen sammeln und die Arbeit eines Wirtschaftstreuhänders aus nächster Nähe kennen lernen.
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